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Gedanken über das Bloggen

11 Oktober 2012


 Bei unseren Blogrunden gucken wir in das Leben anderer Leute. Wir schauen und weil wir jeden Tag "vorbei kommen", glauben wir oft, dass wir diese Menschen tatsächlich kennen, dass sie vielleicht sogar Freunde sind. Aber wir schauen  in das Leben, wir wissen nicht, wie das Leben dort wirklich aussieht, denn im Blog zeigt man mmer nur einen Teil seines Lebens,  so, wie uns auch der Mond immer die selbe Seite zu kehrt.

 Man bleibt doch ein wenig anonym beim Bloggen. Viele haben Angst, dass jemand im richtigen Leben sie erkennen könnte: Kunden, Nachbarn, der Chef... Sie schreiben deswegen mit einem Pseudonym und stellen auch keine Bilder von sich selbst ins Netz. Ich habe sogar schon mitgekriegt, dass jemand seinen Blog geschlossen hat, als sich heraus stellte, dass eine Nachbarin mit las.
 Ich selbst schreibe mittlerweile unter meinem richtigen Namen. Und es sind auch "richtige" original von mir gedachte Gedanken und Meinungen, die ihr hier lesen könnt. Die gezeigten Dekorationen stehen wirklich in meiner Wohnung herum, und ihr wisst auch, wie unser Flur aussieht, bzw. wie er aussah, als wir ihn letztes Jahr frisch renoviert hatten, sogar, dass mein Arbeitstisch meistens ein einziges Chaos darstellt. Ich stehe dazu, was ich hier schreibe.

 Aber es ist natürlich nicht das ganze Ich, was ich hier ausbreite, nur Sachen, die eben auch Kunden, Kollegen oder Chef lesen dürfen. Man weiß ja nie... Und - haut mich bitte nicht! - so sind wir eben doch nicht wirklich Freunde. Aber ein wenig besser  als die Verkäuferin im Laden um die Ecke (wobei: Vielleicht schreibt die ja auch einen Blog???) kennen wir uns wohl trotzdem, weil jeder von uns eben doch etwas von sich selbst in sein Blog einbringt und wir so einen Bereich unserer Leben miteinander teilen .

 Und das ist natürlich der Grund, dass sich Blogger, die sich regelmäßig lesen, wenn sie sich denn mal treffen, auch im richtigen Leben oft gleich ganz gut verstehen. Und wenn man viel Glück hat, entstehen dann wirklich Freundschaften, manchmal auch mit Menschen, die man vielleicht sonst gar nicht kennen gelernt hätte, weil sie "in Wirklichkeit" doch ganz anders leben als man selber und vielleicht auch anders aussehen als die Leute, mit denen man sonst zusammen ist.

Ich umärmel euch mal virtuell!
 

Kommentare :

  1. ♥ deswegen lese ich hier so gerne...
    Kecke

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  2. Und genau das ist das Schöne am Bloggen ! Ursel, ich sehs wie Du: ich lasse mich durch die vielen wunderschönen Bloggs entführen und inspirieren. Und ich entscheide wie jeder Blogger selbst, was und wieviel ich von mir preisgebe. Genau wie jeder selbst entscheiden kann, wo er lesen möchte. Und ist nicht dieser Freiraum gerade das Schöne ?

    Gehab Dich wohl und fühl Dich selba zurückumärmelt !
    Eve
    PS: Ich hoffe, es geht Dir wieder besser ?

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  3. Liebe Ursel,
    besser könnte man es nicht beschreiben!!!
    Ich wurde auch erkannt. Von der Mutter einer Patientin in der Praxis, in der ich arbeite. Das war ein richtiger SCHOCK. NIE hätte ich es für möglich gehalten. Aber die Welt ist doch ein Dorf. Und es war/ist für mich ein komisches Gefühl.

    Und, ja, ich hab Menschen kennen gelernt, an denen ich im wahren Leben vielleicht nicht hängen geblieben wäre. Aber eins ist auch klar. Hier geht es nicht um Äußerlichkeiten. Hier geht es um Gemeinsamkeiten. Das macht das Kennenlernen so anders.
    Und bei denen, wo es mehr wird, die bekommen sicher so nach und nach die ganze Tanja zu sehen. Oder zumindest mehr wie der Rest der Welt!!

    Liebes Grüßle von Tanja

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  4. Lese das noch so spät, eigentlich zu müde um noch zu kommentieren, ich wollte aber nur kurz dalassen, dass ich den Post grossartig finde! Besser hättest du es nicht beschreiben können!
    Lg Carmen

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  5. Ich wurde erkannt, als ich mit meinem Mann in der Stadt heftig gestritten habe. Toll, oder? Heute lache ich darüber, damals wäre ich am liebsten in Erdboden versunken!
    Ich lese gerne Blogs mit einer persönlichen Note (z.B. der Blog der Rabenfrau - sehr empfehlensert!).
    Manchmal juckt es mir in den Finger und würde doch ganz gerne schreiben: "heute habe ich einen furchtbaren Streit in der Stadt mit meinem Mann gehabt..." :)
    Liebe Grüße!
    Kasia

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  6. Das hast du so nett beschrieben, liebe Ursel. Ich schaue gerne die Deko auf deinen Schränken an und lese von deinen großen und kleinen Projekten, lasse mich inspirieren von deinen Gedanken zu "homefun" und sonstigen Alltäglichkeiten.
    Liebe Grüße vom verregneten Niederrhein.

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  7. Liebe Ursel, ja, dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Vielleicht noch, dass es auch unterschiedliche Gründe gibt, WARUM man bloggt. Die einen vielleicht GERADE, um freundschaftliche Kontakte mit Gleichgesinnten zu knüpfen. Manche vermutlich, weil sie irgendwas toll können - nähen, häkeln, malen, ... - und das in großem Rahmen zeigen / ausstellen und ev. auch anbieten wollen - da geht's dann ursprünglch nicht unbedingt um Freundschaften, es KÖNNEN sich aber trotzem welche entwickeln. Andere haben unter Umständen das Bedürfnis, der Welt etwas mitzuteilen, Gedanken, Meinungen, Weisheiten, Buchtipps, was auch immer. Und diese Grundmotivation wird dann wohl auch beeinflussen, WIE man bloggt, was man preisgibt etc.
    Bei mir persönlich is' es ein bissel eine Gratwanderung. Schon persönlich, aber nicht soo sehr, dass alle alles von mir erfahren :o))
    Schönes Wochenende und liebe Rostrosengrüße, Traude

    (⁀‵⁀,) ✿
    .`⋎´✿✿¸.•°
    ✿¸

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  8. Hi Ursel,
    ich finde, das hast du großartig geschrieben! Du sprichst mir aus der Seele!
    Wie ich wirklich bin, weiß nur mein Mann zu berichten. :-) Und das ist auch gut so.
    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!
    Ganz liebe Grüße,
    Bianca

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  9. Liebe Ursel,
    auch hier schaue ich nochmal - paßt ja zum ak tuellen Anlass auch irgendwie.

    Unter meinem Realnamen würde ich nicht bloggen wollen. Zu viele Leute kennen einen in der eigenen Stadt, zu viele Neider gibt es. Ich habe das einmal um 2000 herum erlebt, als ich eine HP führte zu einem bekannten Projekt und zwar mit Namen und Anschrift. Blauäugig, wie man damals war. Und möchte das nicht noch einmal haben! Vor allem meine Kinder mußten drunter leiden. Die mögen das, obwohl längst erwachsen - auch heute nicht! Haben auch alle Pseudonym-Accounts bei Facebook & Co.
    Bin auch schon viele Jahre unterwegs in und mit Blogs und kenne auch Deinen myblog-Blog auch noch. Dein jetziger Blog ist wunderschön, Du hast ihn toll gestaltet und Deine Bilder muß ich immer wieder bewundern mit den schönen Scrap-Elementen!!!

    Diese "Ängste" solcher Blogger kann ich jedenfalls sehr gut nachvollziehen, da ich Ähnliches erlebt habe. Ich habe zwar keine Angst in dem Sinne, aber wir wollen einfach nicht im Rampenlicht stehen, sind keine "Rampensäue", wie man bei uns so sagt. Oft angesprochen werden von Wildfremden, sogar im Kaufhaus, an den unmöglichsten Orten und zu unmöglichsten Zeiten. Da konnten wir sehr gut verstehen, wie es den wahren Promis erst gehen muß. Nein danke! Wir sind lieber für uns. Was nicht heißen soll, daß ich nicht gern auf Bloggertreffen gehen würde. Aber das ist etwas ganz anderes, als in sogar penetranter Form auf seine Webseite angesprochen zu werden. Ganz Persönliches/Intimes würde ich im Internet auch nie schreiben. Nicht mal per E-Mail!

    Und da schreibst Du etwas sehr Wichtiges! Wahre Freunde können nur die sein, die sich auch im wahren Leben gut kennengelernt haben und nicht nur 1, 2 oder 3 x gesehen haben. Ich hab's aber auch schon andersrum erlebt, daß Blogger, die sich häufig schrieben, sich dann beimn realen Kennenlernen so gar nicht verstanden bzw. eine ganz andere Vorstellung voneinander hatten - und das trotz Fotos! Das weiß ich auch von einigen anderen Bloggern. Über so etwas wird nur nicht im Internet geschrieben - eher via Mail.

    Ansonsten finde ich es natürlich auch sehr schön, welche Möglichkeiten das Internet so bietet, neue Leute kennenzulernen. Obwohl viele auch sehr weit weg wohnen ... und ich kann mich Traude/Rostrose auch nur anschließen - da hat jeder andere Ausgangsvoraussetzugen, warum er überhaupt bloggt. Viele haben ihren Blog zum "Lädchen", wie es heute so heißt. Meist zwar nebenberufliche Hobby-Läden, aber scheinbar fördert das Bloggen den Absatz. Ich hab' ja auch den Shop meiner Schwester verlinkt, die das allerdings bei sich noch nicht feststellen konnte. Vielleicht ist es was anderes, wenn man selbst bloggt und sich und seinen Shop interessant "verkaufen" kann?

    Bei mir gibts auch eher von allem ein wenig. Mich langweilt es, nur über Deko oder Nahrungszubereitung zu schreiben. ;-) Zeitgeist, Politik, gesellschaftskritische Dinge, aber auch Themen wie Garten, Natur ... da gäbe es noch so viel mehr, wenn, ja wenn mehr Zeit wäre ...

    So lang sollte mein Kommentar eigentlich nicht werden ;-) daher hier der Schnitt und viele liebe Grüße nochmals
    Sara

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  10. Schöne Umschreibung der Blogumstände, ich liebe es, manche Blogger näher kennenlernen zu dürfen. Sei es rein virtuell, oder wenn es klappt auch im echten Leben. Sicher geben wir nicht alles auf unserem Blog zum Besten, aber ein Stück Herzblut fließt überall mit ein, egal ob Pseudonym oder mit wirklichem Namen.

    Liebe Grüße

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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